Biogas verstetigt in Niedersachsen immer mehr die Rolle des klimaschonenden Systemdienstleisters im erneuerbaren Strom,- Wärme und Mobilitätsbereich sowie im Landwirtschaftssektor. In Niedersachsen waren Ende 2021 konstant 1.676 überwiegend landwirtschaftliche Biogasanlagen mit einer elektrischen Bemessungsleistung von insgesamt 890 MW in Betrieb. Diese Anlagen erzeugen 13,5 % des erneuerbaren Stroms in Niedersachsen und decken über dezentrale Nahwärmenetze 26 % der aus erneuerbaren Energieträgern erzeugten Wärme. Rund 34 % (462 MWel) der installierten Leistung dient mittlerweile einer flexiblen bedarfsgerechten Strombereitstellung. Fast jede zweite Anlage hat bereits überbaut und ihre Leistungskapazität durchschnittlich verdoppelt.

Dies zeigt die aktuelle Inventur „Biogas in Niedersachsen“, die nunmehr in neunter Auflage im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz vom 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V. erstellt wurde.

Entwicklung des Niedersächsischen Biogasanlagenbestands sowie der Bemessungs- und installierten Leistung
Entwicklung des Niedersächsischen Biogasanlagenbestands sowie der Bemessungs- und installierten Leistung

Der Neubau von Biogasanlagen verlief in den Jahren 2019 bis 2021 wie erwartet auf weiterhin niedrigem Niveau. Gegenüber der letzten Inventur 2018 kamen insgesamt 55 Biogasanlagen dazu. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um kleine Biogasanlagen mit einer Bemessungsleistung von 75 kWel, die überwiegend Wirtschaftsdünger einsetzen. Mit einer Anzahl von insgesamt 178 Anlagen haben Güllekleinanlagen 2021 einen Anteil von fast 11 %

am Gesamtanlagenbestand. Seit der EEG Novellierung 2014 konnte sich dieser Anlagentyp besonders für Milchviehbetriebe bei Bestandserweiterungen und Stallneubau zur Schaffung weiterer Güllelagerkapazitäten und zur Verbesserung der Düngewirkung der Gülle etablieren. Die Netto-Bestandsveränderung fällt mit +14 Anlagen aufgrund von vorübergehenden oder endgültigen Stilllegungen deutlich geringer aus.

Im Sinne der flexiblen Strom- und Wärmebereitstellung haben im gleichen Zeitraum 732 Biogasanlagen ihre Leistungskapazität erhöht. Durch Auswertung des Markstammdatenregisters der Bundesnetzagentur ergibt sich eine Überbauung von rund 461 MWel, wodurch rund 34 % der installierten Leistung flexibel nach Strombedarf bereitgestellt werden können. Neben der Eigennutzung (28 %) werden rund 43 % der bei der Stromerzeugung anfallenden Wärme zur Versorgung von kommunalen Nahwärmenetzen, öffentlichen und privaten Gebäuden sowie von Gewerbebetrieben genutzt.

37 Biogasanlagen speisten 2021 aufbereitetes Biomethan in das Erdgasnetz ein. Die Einspeiseleistung der niedersächsischen Anlagen betrug insgesamt 14.715 Norm-Kubikmeter Biomethan pro Stunde, was einer elektrischen Leistung von 58,9 MWel entspricht.

Insgesamt werden in Niedersachsen 97 % der Biogasanlagen als NawaRo-Anlagen betrieben. Diese mit Energiepflanzen, Futterresten und Wirtschaftsdüngern (Gülle/Mist) geführten Anlagen verfügen über eine Bemessungsleistung von rund 847 MWel. Mittlerweile sind gut 43 % der 22,9 Mio. Tonnen Substrate in niedersächsischen Biogasanlagen Nebenprodukte und Reststoffe. Ihr Anteil an der elektrischen Leistung macht zusammen allerdings nur 18 % aus. Für den zusätzlich benötigten Anbau von Biomasse wurden im Landesmittel 10,8 % der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche benötigt, wobei deutliche regionale Unterschiede bestehen. Eine steigende Tendenz ist bei der Diversifizierung des Biomasseanbaus zu erkennen.

Insgesamt werden durch die Biogasnutzung in Niedersachsen jährlich rund 3,5 Mio. t CO2 vermieden.

Die Broschüre „Biogas in Niedersachsen“ kann als Download unter www.3-n.info oder über das 3N Kompetenzzentrum bezogen werden (E-Mail: Bitte Javascript aktivieren!; Tel. 05951 9893-10).

Die Pressemitteilung können Sie nachfolgend als PDF-Datei herunterladen:

Regionale Energie aus Niedersachsen – Biogasinventur 2021 liegt vor [pdf; 0,4 MB]