Wie gut können Recyclingdünger künftig mineralische Phosphatdünger ersetzen und so einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft leisten? Dieser Frage widmete sich Ende Juni der erste Feldtag im Rahmen des INTERREG-Projekts ReNu2Cycle. Interessierte Landwirte, Berater und Projektpartner informierten sich auf den Versuchsschlägen der Betriebe Hans-Christoph Bremer und Moritz Bertram über den aktuellen Stand der Untersuchungen zur Unterfußdüngung im Mais mit den Struvitdüngern Crystallo (Soepenberg) und P38 (Seraplant) im Vergleich zum konventionellen DAP.

auf der Versuchsfläche
auf der Versuchsfläche

Zum Auftakt begrüßte Hans-Christoph Bremer die Teilnehmer auf seinem Betrieb, bevor die Exkursion zu den Versuchsflächen führte. Dort wurden die Ergebnisse der Bonituren und Pflanzenanalysen vorgestellt und intensiv diskutiert. Die erste Bonitur vom 12. Juni zeigte auf beiden Standorten Vorteile für die DAP-Variante hinsichtlich Pflanzenhöhe, Blattflächenindex und Frischmasse. Die bisherigen Analysen der Phosphorversorgung zeichnen ein differenziertes Bild. Die berechnete Phosphataufnahme je Hektar basiert auf der im Rahmen der Bonitur ermittelten Frischmasse und stellt eine Annäherung dar. Auf dem Betrieb Bertram wiesen beide Struvitdünger mit 0,36 % Phosphor in der Trockenmasse identische Blattgehalte auf. Durch die höhere Frischmasse erreichte P38 mit 4,3 kg P₂O₅/ha eine höhere Phosphataufnahme als Crystallo (3,1 kg P₂O₅/ha), während DAP mit 6,1 kg P₂O₅/ha vorne lag. Auf der Fläche des Betriebs Bremer zeigte sich ebenfalls die Reihenfolge DAP vor P38 und Crystallo. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Standortbedingungen und Witterung die Wirkung der Dünger maßgeblich beeinflussen und belastbare Aussagen erst nach Abschluss der Vegetationsperiode möglich sind.

Neben den Versuchsergebnissen entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die Perspektiven des Phosphorrecyclings. Besonderes Interesse galt der Frage, unter welchen Voraussetzungen Recyclingdünger künftig auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden können. Beide Hersteller arbeiten daran, ihre Produkte für diesen Bereich zuzulassen, auch wenn derzeit noch rechtliche Unsicherheiten und Hürden bestehen.

hell = Crystallo, dunkel = P38
hell = Crystallo, dunkel = P38
Im Projekt ReNu2Cycle soll gezeigt werden, wie Phosphor aus sekundären Rohstoffquellen zurückgewonnen und als hochwertiger Recyclingdünger wieder in den landwirtschaftlichen Nährstoffkreislauf eingebunden werden kann. Die bisherigen Ergebnisse weisen darauf hin, dass Struvitdünger das Potenzial besitzen, einen wichtigen Beitrag zu einer ressourcenschonenden und zukunftsfähigen Phosphorversorgung zu leisten. Welche Auswirkungen die unterschiedlichen Düngestrategien im weiteren Jahresverlauf auf Pflanzenentwicklung, Nährstoffeffizienz und Ertrag haben, wird der zweite Feldtag kurz vor der Maisernte zeigen.

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Jana Denecke

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Weitere Informationen zum Projekt ReNu2Cycle finden Sie in unserem Steckbrief.