Die Trennung verschiedener Samen (und oft auch schon ihre Ernte) ist auch ein wesentliches Problem, wenn man verschiedene Kräuter und Gräser anbaut. Hier stören auch die verschiedenen "Unkräuter" extrem, zumal man sie in solchen Kulturen ganz besonders schlecht bekämpfen kann. Manche Wildkräuter werden als Heil- oder Gewürzpflanzen, die meisten aber für die Anlage von Blühflächen und für den Landschaftsbau produziert.
Bei der Wiederbegrünung z.B. von Straßenrändern und Bahnböschungen dürfen nur gebietsheimische Arten aus der speziellen Region verwendet werden. Einige Landwirte in Niedersachsen haben sich auf die Saatenproduktion von solchen Wildkräutern spezialisiert (Beispiel). Zwei- bis dreistellige Preise für ein Kilogramm Saatgut und eine hohe Nachfrage sind verlockend und die teilweise sehr tief wurzelnden und mehrjährigen Pflanzen können wirksam zum Humusaufbau beitragen. Manche Wildkräuterarten könnten auch als Bei- und Untersaaten oder auch Zwischenfrüchte wertvolle Dienste leisten, wie z.B. Spitzwegerich, der als „biologischer Nitrifikationshemmer“ vor allem im Maisanbau erprobt wird.
Es bedarf erheblicher Investitionen an Zeit und Geld die Samen solcher Kräuter zu produzieren, denn
- es gibt dazu kaum Fachliteratur, d.h. man muss sehr viel ausprobieren, auch bezogen auf den jeweiligen Standort.
- Es ist sehr schwierig, die „Begleitvegetation“ in den mehrjährigen Wildkräuterkulturen zu regulieren.
- Man muss damit rechnen, dass sich Rehe und andere Tiere die sonst seltenen und teilweise gesundheitsförderlichen Kräuter fressen.
- Die Aussaat bzw. Pflanzung der Kräuter muss erlernt werden.
- Die Ernte erfolgt mit modifizierten Parzellenmähdreschern, die so eingestellt werden, dass sie das feine Samenmaterial nicht rausblasen.
Die möglichst vollständige Trennung der Erzeugnisse ist auch beim Gemengeanbau ein ganz entscheidendes Problem, soweit das Gemenge nicht als Futter gemischt verwertet werden kann. Der hohe Trennungsaufwand lohnt sich aktuell vor allem für höherpreisigen Produkte des Ökolandbaus. Durch einen effizienteren Technikeinsatz bei entsprechenden Dienstleistern ließe sich der ökologisch besonders wertvolle und produktive Gemengeanbau vielleicht auch in konventionellen Betrieben vermehrt anwenden.
Wenn die saubere Trennung der Gemengepartner den Transport zu einer zentralen Aufbereitungsanlage erfordert, könnte es zur Minimierung des Transportaufwandes sinnvoll sein, auch effiziente Verpackungssysteme für Produkte in kleinen und großen Einheiten und den Versand der Gebinde direkt beim Sortierungsdienstleister zu installieren und den Transport von dort zu den Endkunden (oder Zwischenhändlern) durchzuführen. Hier wären Investitionen in Forschung und die Unterstützung der notwendigen Technikdienstleister sehr sinnvoll, um dadurch einen vielfältigeren und damit ökologisch und wirtschaftlich stabileren Ackerbau in größerem Umfang zu ermöglichen.