Eine kahle oder auch locker mit verschiedenen Bäumen und Sträuchern bewachsene Fläche, gerne auch abgelegen, am Hang und mit schlechtem Flächenzuschnitt: Soweit der Boden kalkhaltig ist, kann eine solche relativ naturnahe und landwirtschaftlich sonst kaum zu gebrauchende Fläche innerhalb von knapp 10 Jahren zu einer neuen Einnahmequelle werden – durch den gezielten Anbau von Trüffeln!

Auf solch einem Standort will ein KlimaFarming-Projektpartner in Kürze einen Versuch mit 100 Trüffel-beimpften Haselsträuchern starten.
Auf solch einem Standort will ein KlimaFarming-Projektpartner in Kürze einen Versuch mit 100 Trüffel-beimpften Haselsträuchern starten.

In früheren Jahrhunderten war die Suche nach Trüffeln auch in Deutschland weit verbreitet. Seit dem zweiten Weltkrieg ist weitgehend in Vergessenheit geraten, dass man diese edlen Pilze auch hierzulande anbauen kann. „Trüffel kommen aus Frankreich, Spanien, Italien - aber auch aus Deutschland. Genauer: Aus Alfeld in Niedersachsen beispielsweise. Trüffelbauer Fabian Sievers (47) hat dort eine eigene Plantage. Vor sieben Jahren hatte er die ersten Trüffelbäume auf seinem Acker gepflanzt. Jetzt hat sein Trüffelhund Woopee die ersten Edelpilze aufgespürt. Unter anderem eine 80 Gramm schwere Knolle hat er ausgebuddelt.“ (Quelle: DeutschlandfunkNOVA)

„Fabian Sievers hat die Chancen, die der Trüffelanbau in Deutschland für viele Wirtschaftszweige beinhaltet, von Anfang an fasziniert. Er hat sich deshalb akribisch darum bemüht, Trüffelplantagen in einem landwirtschaftlichen Rahmen rechtlich einzuordnen. Mit Erfolg: Nachdem 2012 sowohl die niedersächsische Landwirtschaftskammer als auch das niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML) Trüffelplantagen eindeutig als „ordnungsgemäße Landwirtschaft“ anerkannten, gab es bald auch eine entsprechende Einstufung von Trüffelplantagen als Dauerkultur." (GAP-Kulturcode (865) „Trüffel“). (Quelle: Leinebergland-Trüffel)

In einen Vortrag an der FH Osnabrück am 20.05.2025 stellte Tassilo Pöter aus Lienen zusammenfassend fest, dass sich die Investitionen in eine Trüffelplantage lohnen können: Die Investitionskosten lägen bei rund 10.000 €/ha oder auch deutlich mehr. Davon machten die mit Trüffelsporen beimpften Gehölze (Eichen, Hasel, Rotbuche, Hainbuche u.a.) und ggfs. Vorrichtungen zur künstlichen Bewässerung den größten Anteil aus. Dann dauere es 5 bis 8 Jahre bis zur ersten Ernte. Die volle Produktionsleistung werde nach 12 Jahren erreicht.

Trüffel
Trüffel
 Für die Trüffelernte unverzichtbar sei ein speziell trainierter Hund. Mit dessen Hilfe und entsprechenden Fachkenntnissen könnten dann alle 7 bis 14 Tage in Handarbeit je ha ca. 50 kg jährlich (10 – 160 kg) geerntet werden. Bei einem durchschnittlichen Preis von 400 €/kg (oder auch mehr) für die leicht verderbliche Ware sei ein ha-Ertrag von 20.000 € (oder auch deutlich mehr) jährlich durchaus denkbar. Davon wären die Investitions- und Grundstückkosten zu decken und der Aufwand für die Erntearbeit, den Hund und die Vermarktung. Solche Deckungsbeiträge lassen sich mit konventionellem Ackerbau kaum erreichen und gleichzeitig stellen die Trüffelanbauflächen vergleichsweise artenreiche und fast ungestörte Lebensräume mit einer hohen CO2-Spicherleistung dar.

Das aktuelle (2024 - 2027) Projekt „Mykovoltaik“  kombiniert landwirtschaftliche Produktion und Photovoltaik (PV) auf neue Weise. Durch die Anpflanzung von Forstfruchtpflanzen, insbesondere Haselnüssen, in Kombination mit Pilzen unter PV-Anlagen, entsteht eine innovative Form der Agri-PV.

Weitere Informationen zu allen Aspekten des Trüffelanbaus, sowie Bestellmöglichkeiten für Gehölze, Angebote für die Schulung von Trüffelhunden u.a.:

Leinebergland Trüffel

Teuto Trüffel

Pilzwirtin Sabine Hörnicke

Deutsche Trüffelbäume

Trüffelverband e.V.

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