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 Das Interesse eines Wasserversorgers besteht darin, dass möglichst viel und möglichst sauberes Wasser ins Grundwasser und in die Oberflächengewässer gelangt. In weiten Teilen Niedersachsen ist Wasser, das von Ackerflächen kommt, mit erheblichen Mengen an Stickstoff und Phosphat aus Mineral- und Wirtschaftsdünger (und Pflanzenschutzmitteln) belastet. Bezüglich des Stickstoffes wird versucht, durch die Ausweisung „roter Gebiete“ und die Einschränkung der N-Düngung dort gegenzusteuern. Hinzukommen aber auch Stickstoffeinträge aus dem Abbau kohlenstoffreicher Böden auf ehemaligen Moor- und Auenstandorten in Folge von Drainagemaßnahmen und des Umbruchs von Dauergrünland.

Wie einige andere Wasserversorgungsunternehmen (DWA 2025) bemüht deshalb sich der Oldenburgisch Ostfriesische Wasserverband (OOWV) seit vielen Jahren speziell den Ökolandbau in Wasserschutzgebieten zu fördern, der ausgerechnet dort unterdurchschnittlich vertreten ist. Ökolandbauflächen wiederum zeichnen sich bisher generell durch einen höheren Humusgehalt aus. Dieser ist allerdings großenteils auf die Verwendung von Wirtschaftsdünger (Mist, Kompost usw.) zurückzuführen die nicht mit einer zusätzlichen Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre verbunden ist, aber durch eine erhöhte Nährstoffnutzungseffizienz zur Minderung von Treibhausgasemissionen führen kann. (Quelle: Sanders, Heß 2019).

Buchweizen: eine alte Kulturpflanzen mit neues Perspektiven!?

Sowohl der Ökolandbau wie auch die Umstellung auf humusförderlichere Wirtschaftsweise im konventionellen Ackerbau können nur funktionieren, wenn es Märkte für die erzeugten Produkte gibt. Im o.g. Projekt wurde deshalb versucht, landwirtschaftliche Betriebe bei der Vermarktung „grundwasserfreundlicher“ Produkte zu unterstützen. Als besonders erfolgversprechende Kultur sowohl für die biologische wie für die konventionelle Landwirtschaft wurde der Buchweizen identifiziert. „Heute gilt Buchweizen, aufgrund seiner hohen Gehalte an sekundären Wirkstoffen mit antioxidativem Potenzial, als funktionelles Lebensmittel mit gesundheitlichem Zusatznutzen. Zudem ist Buchweizen glutenfrei und somit auch für Getreideallergiker geeignet ZELLER (2004). Aufgrund dieser besonderen Eigenschaften hat das Interesse der verarbeitenden Industrie an Buchweizen wieder zugenommen. Aktuell wird ein nicht unerheblicher Anteil von Buchweizen aus China importiert. Die Nachfrage der Ernährungsindustrie an heimisch erzeugten Buchweizen ist in letzter Zeit deutlich gestiegen. Buchweizen könnte auch in der Öko-Tierernährung von Bedeutung sein.“

„An den Boden stellt der Buchweizen geringe Ansprüche. Er gedeiht am besten auf leichteren, sandigen, mäßig feuchten Böden. Sogar auf sauren Moorböden wächst er. … Buchweizen gilt als trockentolerant, kann aber bei extremer Trockenheit auch mit Mindererträgen reagieren. Zudem verträgt er Staunässe und Verdichtungen nicht.“ (Quelle: LWK)

Zur Verwertung von Buchweizen für die menschliche Ernährung müssen die Körner geschält werden. Dazu sollen mit Unterstützung des OOWV Mittel aus der Agrarförderung (Verbesserung regionaler Wertschöpfungsstrukturen im Bereich der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse) verfügbar gemacht werden, um eine entsprechende Schälmaschine zu beschaffen. Ziel ist es, damit die Absatzchancen für Buchweizen zu erhöhen und vermehrt Landwirte für den Anbau dieser Kultur zu gewinnen.

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