Die Eiche ist neben der Rotbuche die führende Laubbaumart in Deutschland. Laut BWI 2022 hat sie einen Flächenanteil von 11,5 % eingenommen. Auf Wertholzsubmissionen aber auch im Sägeholzbereich erzielt die Eiche seit Jahren solide bis Spitzenerlöse. Aber auch im Naturschutz nimmt sie wegen ihrer Langlebigkeit und Bedeutung für die Biodiversität – an keiner Baumart finden sich gleichviele spezialisierte Arten – eine Spitzenstellung ein. Aufgrund ihrer Standortvariabilität und Trockenheitsresistenz wird ihr auch ein hohes Potenzial im Klimawandel zugeschrieben. Die Eiche ist jedoch auch die Baumart, deren Holzvorrat gemäß BWI im letzten Jahrzehnt deutschlandweit am stärksten zugenommen hat. Haben wir verlernt, die Eichen sinnvoll zu nutzen?
Zur Realisierung der Nutzungspotenziale der Eiche sind jedoch einige Herausforderungen zu meistern: So sind Lösungen zur Verjüngung in zunehmend dauerwaldartigen Bestandesstrukturen, zu bisher hohen Pflegeaufwendungen sowie zu zunehmend herausfordernden Forstschutzrisiken dringlich. Letztere haben durch den steigenden Befall mit Eichenprachtkäfer und Eichenkernkäfer nicht nur Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und die Qualität des Eichenholzes, sondern durchaus das Potenzial, die Bewirtschaftung der Eichen insgesamt in Frage zu stellen. So oder so gilt es, innovative Verwertungs- und Vermarktungsstrategien für Eichenholz, insbesondere der Problemsortimente, zu entwickeln.
Die diesjährige NHN-Tagung zeigt schlaglichtartig Potenzial, Praxis und Risiken der Eichenwirtschaft aus unterschiedlicher Expertensicht auf. Zusammen mit Besucherinnen und Besuchern sollen Lösungsansätze diskutiert und konkrete Handlungsschritte für die Eichenwirtschaft abgeleitet werden.
Veranstalter der Tagung ist das Kompetenznetz für Nachhaltige Holznutzung e.V. (NHN) in Kooperation mit der Plattform Forst & Holz und der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).
Weitere Informationen zum NHN e.V. finden Sie unter www.kompetenznetz-holz.de.