Sie vergärt Rindergülle und Abfallstoffe zur Strom- und Wärmeerzeugung und sie hat große Pläne zur Gasaufbereitung. Dafür ist die Wittmunder Anlage jetzt ausgezeichnet worden.

Bei der Auszeichnungsübergabe zur „Biogasanlage des Monats“ dabei waren (v.l.): Ralf Abels (Ortsvorsteher Leerhafe), Keno Beckmann (ehem. Auszubildender), Raimund Leopold und Manuela Beyer (beide Geschäftsführung Biogas Wittmund), Joost Kuhlenkamp (Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen) sowie Rolf Claußen (Bürgermeister der Stadt Wittmund).
Bei der Auszeichnungsübergabe zur „Biogasanlage des Monats“ dabei waren (v.l.): Ralf Abels (Ortsvorsteher Leerhafe), Keno Beckmann (ehem. Auszubildender), Raimund Leopold und Manuela Beyer (beide Geschäftsführung Biogas Wittmund), Joost Kuhlenkamp (Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen) sowie Rolf Claußen (Bürgermeister der Stadt Wittmund).

Bereits seit 1996 ist die Anlage im Stadtteil Isums in Betrieb, sie ist also eine der ältesten Biogasanlagen in Niedersachsen. Eingesetzt werden etwa je zur Hälfte Rindergülle und organische Abfälle aus der Region – vorwiegend Fisch- und Essensreste sowie Reststoffe aus der Tierfutterproduktion.

Das Gas wird in vier Blockheizkraftwerken eingesetzt. Eines direkt an der Biogasanlage, um den Prozess zu versorgen und die Betriebsgebäude beheizen, drei am Wittmunder Fliegerhorst. Die Anlagenleistung wurde kontinuierlich erhöht, z.Z. sind insgesamt 3.500 kWel installiert, die im flexiblen Betrieb jährlich 13 Mio. kWh Strom und 5 Mio. kWh Wärme erzeugen. Dabei vermeidet die Biogasanlage rund 8.800 Tonnen CO2.

In Zukunft wird eine weitere Nutzungsform hinzukommen. Gemeinsam mit zwei benachbarten landwirtschaftlichen Anlagen ist die Aufbereitung zu Biomethan und die Einspeisung in das Gasnetz geplant. Um das Gas am Einspeisepunkt zusammenzuführen, sind Rohgasleitungen von 7,6 km Länge erforderlich.

3N hatte die Idee hierzu bereits 2013 im deutsch-niederländischen Projekt Groen Gas unterstützt und die ersten Berechnungen aufgestellt. Auf dem Weg zu Realisierung waren seitdem viele Hindernisse zu überwinden. Insbesondere die wechselnden energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen ließen die Planungen immer wieder pausieren.

Der Fachverband Biogas zeichnet jeden Monat eine Biogasanlage aus. Im März ging die Auszeichnung nach Ostfriesland.