Mit einem Kick-off während des New Energy Forums startet das grenzüberschreitende Projekt „Watts in Grass!?“ offiziell. Das Projekt erhält 2,94 Millionen Euro an Kofinanzierung aus dem Interreg VI A-Programm Deutschland-Niederlande.

Im Rahmen des Projekts arbeiten niederländische und deutsche Unternehmen, Landwirte und Forschungseinrichtungen in den kommenden Jahren gemeinsam an innovativen Lösungen für die Biogas-Wertschöpfungskette. Durch die intelligente Nutzung von Gras, grasreichen Restströmen und Gärresten wollen die Partner die nachhaltige Energieerzeugung steigern, Stickstoff- und CO₂-Emissionen reduzieren und neue Ertragsmodelle für Landwirte entwickeln.

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Von Gras zu grünem Gas, Wasserstoff und Biokohle

Der Agrarsektor steht vor großen Herausforderungen. Steigende Energiekosten, strengere Umweltauflagen, Stickstoffprobleme und die Notwendigkeit, fossile Energien zu ersetzen, erfordern neue, innovative Lösungen. Gleichzeitig verfügt der Sektor über große Mengen an Biomasse und Restströme, die effektiver genutzt werden könnten.

„Watts in Grass!?“ entwickelt und demonstriert daher ein integriertes System, in dem Gras und Restströme in nachhaltige Energie und hochwertige Produkte umgewandelt werden. Dabei werden verschiedene innovative Technologien kombiniert. Gras wird effizienter vergärt, CO₂ aus Biogas wird mit grünem Wasserstoff in zusätzliches Methan umgewandelt, Stickstoff wird aus dem Gärrest entfernt und faserreiche Restströme werden zu Biokohle verarbeitet. Dadurch entsteht zusätzliches grünes Gas aus derselben Menge an eingesetzter Biomasse.Dadurch werden Emissionen reduziert.

So entsteht ein Kreislaufsystem, in dem Energie, Nährstoffe und Rohstoffe optimal genutzt werden. Das Projekt trägt damit zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft bei, die weniger von fossilen Energieträgern abhängig ist, weniger Emissionen verursacht und neue wirtschaftliche Chancen schafft.

Vom Labor auf den Bauernhof

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Übertragung von Innovationen in die Praxis. In den letzten Jahren wurden im REMO-LAB in Groningen verschiedene Technologien entwickelt und im Labormaßstab getestet. Im Rahmen von „Watts in Grass!?“ werden diese Innovationen weiterentwickelt, integriert und erstmals im landwirtschaftlichen Maßstab demonstriert.

Der zentrale Demonstrationsstandort befindet sich auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Schulte-Siering im deutschen Bad Bentheim, direkt hinter der niederländischen Grenze. Hier werden innovative Vergärungstechniken, Methanisierung, Gärrestelektrolyse und thermochemische Aufbereitung von Restströmen in einer einzigen Praxisumgebung zusammengeführt. Die Ergebnisse werden anschließend für wirtschaftliche Analysen, Lebenszyklusanalysen und die Entwicklung skalierbarer Geschäftsmodelle für den Agrarsektor genutzt.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Das Projekt bringt zehn niederländische und deutsche Partner zusammen und wird von acht assoziierten Partnern unterstützt. Die Zusammenarbeit vereint die Stärken beider Länder: Niederländisches Fachwissen im Bereich Kreislauftechnologien und erneuerbare Energien wird mit der umfangreichen Praxiserfahrung mit Biogasanlagen in Deutschland verknüpft.

Die New Energy Coalition fungiert als Projektkoordinator und ist für die allgemeine Projektleitung, die Kommunikation und die regionale Verankerung der Ergebnisse verantwortlich. Das Kompetenzzentrum 3N sorgt für die Wissensverbreitung in Niedersachsen und unterstützt die Umsetzung bei den deutschen Partnern.

Die technologische Entwicklung wird von der Hanzehogeschool Groningen, der Hochschule Emden/Leer und der Hochschule Osnabrück geleitet. Sie arbeiten an der Entwicklung, Überwachung, Modellierung und Bewertung der verschiedenen Innovationen. Ekwadraat unterstützt mit wirtschaftlichen Analysen, Geschäftsmodellen und politischen Fragen.

In der Praxis spielen Unternehmen eine wichtige Rolle. Schulte Siering stellt sein Gelände als Demonstrationsstandort zur Verfügung. Paques entwickelt und implementiert die Biomethanisierungstechnologie, D&R Energy baut den Gärrest-Elektrolyseur zur Wasserstoffproduktion und Stickstoffentfernung, während die BTG Biomass Technology Group für die Integration der Pyrolysetechnologie zur Herstellung von Biokohle verantwortlich ist.

Hintergrund

Das Projekt „Watts in Grass!?” wird im Rahmen des Interreg-VI-A-Programms Deutschland-Niederlande durchgeführt und mit 2,94 Millionen Euro von der Europäischen Union, dem niederländischen Ministerium für Wirtschaft und Klima (EZK), der Niedersächsischen Staatskanzlei sowie den Provinzen Groningen, Fryslân und Overijssel kofinanziert.

Für weitere Informationen zum Projekt wenden Sie sich bitte an die Projektleiterin Ingrid Klinge – van Rooij, Projektmanagerin für deutsch-niederländische Kooperationen bei der New Energy Coalition, oder besuchen Sie die Website: https://www.newenergycoalition.org/de/projecten/watts-in-grass/

Ingrid Klinge – van Rooij
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Telefonnummer: +31 6 25 33 15 7

Quelle: Pressemitteilung von New Energy Coalition vom 16. Juni 2026