Am 29.10.2025 trafen sich in der "Alten Mensa" in Göttingen mehr als 60 Fachleute und Interessierte um herauszufinden, inwiefern landwirtschaftliche Betriebe durch rechtlich-wirtschaftliche Rahmenbedingungen "gezwungen" werden, regenerative Landwirtschaftechniken anzuwenden. Dass dies aus Gründen des Klimaschutzes und der Klimawandelanpassung geboten ist, wird in anderen Beiträgen dieses Forums erläutert.

Im ersten Vortrag gab Erik Guttulsröd vom DLG-Fachzentrum Landwirtschaft einen Überblick über die Begriffe, Ziele und Messmethoden im Bereich "Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft". Er stellte fest, die erste Kernherausforderung sei es Nachhaltigkeit messbar zu machen! Treibhausgase und deren Messung stünden aktuell im absoluten Fokus der Wertschöpfungskette! Er stellte die aktuellen politischen Rahmenbedingungen vor, die er auch in einem seiner Podcasts erläutert hatte. Das Fazit war, Landwirte müssten sich auf eine wachsende Nachfrage ihrer Kunden und ihrer Banken nach Daten zur Nachhaltigkeit einstellen.
Um welche Daten es dabei gehen kann und wie diese erhoben werden können stellte im zweiten Vortrag Aylin Rudolph-Lourenço de Aquino vom DINAK (Deutsches Institut für nachhaltige Agrarkultur) vor (Details dazu auf dessen Website) DINAK bietet ein praxisnahes Tool, "mit dem sich das nachhaltige Wirtschaften in der Landwirtschaft gezielt erfassen, bewerten, weiterentwickeln und kommunizieren lässt. DINAK misst ganzheitlich in den drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Damit erhalten Agrarunternehmen transparente Einblicke in ihre Stärken und Optimierungspotenziale.
Die Veranstaltung bot spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Besonders deutlich wurde: Nachweise zu Umwelt- und Klimaschutzleistungen werden bereits heute von der Abnehmerseite eingefordert. Und der Druck auf landwirtschaftliche Betriebe, diesen Anforderungen gerecht zu werden, nimmt weiter zu.
Unser Fazit: Wer sich frühzeitig mit CRSD (Corporate Sustainability Reporting Directive: EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung), ESG-Kriterien und branchenspezifischen Nachhaltigkeitsstandards auseinandersetzt, ist gut aufgestellt für die Zukunft. Die Anforderungen sind komplex – aber mit der richtigen Vorbereitung und Unterstützung machbar." (Quelle)
Alle Vorträge der Veranstaltung werden auf der 3N-Website hochgeladen.